Professionelles Business Coaching

„Welche messbaren Vorteile bringen ausgebildete, professionelle Business Coaches den Unternehmen?“

Dr. Immanuel Ulrich hat langjährige Erfahrungen als Personalentwickler (Schwerpunkt Training & Coaching).
In seiner prämierten Promotion an der Freien Universität Berlin hat er eine Personalentwicklungsmaßnahme für Young Professionals an Hochschulen konzipiert, umgesetzt und deren nachhaltige Wirkung bei den Teilnehmenden (Kompetenzen & Verhalten) und auf Kundenebene, deren Studierenden (Lernerfolge), aufgezeigt. Die Young Professionals waren Lehrende, die gerade gestartet waren. Die Wirkung in der „Personalentwicklung“ war mind. 1,5 Jahre später messbar.
Herr Ulrich ist studierter Psychologe (Schwerpunkt Wirtschaftspsychologie, Universität Bonn) und ausgebildeter Trainer & Business Coach (Freie Universität Berlin). 2014 erhielt er den Johannes-Wildt-Nachwuchspreis für hochschuldidaktische Forschung (beste Dissertation) von der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd).

Immanuel Ulrich ist ein ziel- und ergebnisorientierter professioneller Personalentwickler. Ihn zeichnen seine schnelle Auffassungsgabe und Problemlösekompetenz sowie seine Integrität, Vertrauenswürdigkeit, Empathie und Wertschätzung aus. Er setzt sich für die erfolgsorientierte Leistungsvergütung von Coaches ein und verfügt nachweislich über Erfolge in der Konzeption und Realisierung wirksamer Personalentwicklungsmaßnahmen.

SEViX: Welche messbaren Vorteile bringt Coaching den Unternehmen?
Ulrich: Eine ganze Menge, sofern die Unternehmen ausgebildete, professionelle sowie externe Business Coachs nehmen. Groß angelegte Studien haben gezeigt, dass die Klienten solcher Coaches messbar bessere Performance und Befinden zeigen. TOP 1 hard fact: Die Verkaufszahlen der Klienten stiegen, deren Vorgesetzte schätzen die Leistungen und deren Mitarbeiter das Führungsverhalten besser ein.
SEViX: Was verbesserte sich noch?
Ulrich: Daneben stieg das organisationale Commitment sowie die Arbeitszufriedenheit der Klienten und sie setzen Achtsamkeitstechniken zum Umgang mit Arbeitsanforderungen und Stress ein. Diese Techniken helfen nachweislich, das eigene Leistungsniveau konstant hochzuhalten, was neben den Klienten auch den Unternehmen dient.

SEViX: Wie wird dies durch das Coaching erreicht?

Ulrich: Durch ein Coaching, was sich wissenschaftlich UND praktisch bewährt hat. Dies umfasst v.a. vier Punkte:

  1. Problem- & Ressourcenanalyse mit Fragebögen und/oder Tests, die wirklich geprüft sind. Im Coaching-Markt tummeln sich viele Verfahren, deren Aussagekraft nicht über „Psycho-Test“ der Boulevard- und Jugendmagazine hinausgeht. Wenn ich als professioneller Business Coach z.B. einen Klienten mit Führungsproblemen habe, setze ich den „Multifactor Leadership Questionnaire“ ein. Der ist seit über 20 Jahren international eingesetzt sowie wissenschaftlich auf Herz und Nieren geprüft, und es gibt Vergleichswerte von 3.500 deutschen Führungskräften. Mein Klient bekommt so ein solides Ergebnis, mit dem wir weiterarbeiten können.
  2. Selbst erarbeitete, klare Ziele (SMART) und praktikable Lösungen dazu. Coachings müssen die Klienten darin unterstützen. Also im Coaching nicht nur das Ziel: „Ich will besser führen, auch bei schwierigen Mitarbeiten“ mit der Lösung „Ich rede mal mit dem Coach“ erarbeiten. Sondern: „Ich will besser führen, insbesondere bei meinem schwierigen Mitarbeiter Herr X., was sich konkret darin zeigt, dass ich (z.B.) suboptimales Arbeitsverhalten von Herrn X jedes Mal im Zweiergespräch sachorientiert anspreche“ mit der Lösung „Üben der Gesprächsführung im Coaching samt Ausarbeitung möglicher spezifischer Lösungen für Herrn X“.
  3. Konkrete Umsetzungsunterstützung: Ein Coaching sollte nicht mit der Lösungsentwicklung enden. Zumindest die ersten Umsetzungen – im Beispiel wären dies z.B. die ersten 1-3 Zweiergespräche mit Herrn X – sollten durch den Coach begleitet werden: Nach jedem Gespräch gibt es ein kurzes Telefonat zwischen Coach und Klient zur Bewertung des Gesprächserfolges und ggf. Änderungen für das nächste Gespräch.
  4. Evaluation der Zielerreichung mit leistungsbezogener Vergütung des Coachs. Die zu Beginn des Coachings aufgestellten Ziele müssen bzgl. Ihrer Zielerreichung zum Ende des Coachings evaluiert werden. Nach Möglichkeit wird die Zielerreichung nach ein paar Monaten Arbeitsalltag erneut evaluiert, ob sie wirklich im Alltag langfristig Bestand hatte. Ich selbst plädiere dafür, einen bedeutsamen Teil des Coaching-Honorars an der Höhe der späteren Zielerreichung festzumachen.

SEViX: Sie bemängeln die mangelnde Qualität der Coaching-Verfahren. Können Klienten diese einfach erkennen?

Ulrich: Ja und nein. Einige Verfahren sind auf den ersten Blick als unseriös erkennbar, andere sind nur über Fachwissen und/oder umfangreichere Recherchen zu entlarven.

SEViX: Was ist ein Beispiel eines schwer als unseriös erkennbaren Anbieters?

Ulrich: Es gibt einige beliebte „Persönlichkeitstests“, deren Grundlage entweder Persönlichkeitsmodelle oder Gehirnmodelle als Referenz nennen. Bei genauerem Hinsehen stammen aber die Persönlichkeitsmodelle aus den 1920er Jahren und sind daher ziemlich veraltet (z.B. DISG, key4you) und die Gehirnmodelle sind simplifizierend (z.B. Structogram). Wenn Studien überhaupt vorliegen, die diese Verfahren untersuchten, sprachen sie gegen diese „Tests“. So etwas kann ein Klient aber nicht im Coaching spontan recherchieren. Leider sind die Aussagen der Tests – ähnlich wie Horoskope – so vage und verallgemeinernd, dass sich die Klienten alle gleichermaßen darin vermeintlich wiederfinden. Z.B. stimmen fast alle Menschen der Aussage „Sie lehnen es ab, unverantwortliche Risiken einzugehen!“ zu, da „unverantwortliche Risiken“ für risikoaffine Menschen was ganz anderes ist als für Risiko-averse). Eine Aussage, der ohnehin fast alle Klienten zustimmen, ist für Coachings aber wertlos.

SEViX: Verstehe. Warum ist es neben der Ausbildung und Professionalität so wichtig, externe Coachs einzusetzen?

Ulrich: Externe Coachs bieten eine Vertraulichkeit und Schweigepflicht, die internen Coaches von den Klienten nicht zugesprochen wird. Eine Führungskraft wird internen Coaches kaum persönliche Ziele und Motive, aber auch Misserfolge berichten, welche ihrer Karriere schaden könnten. Ein gutes Coaching braucht aber Ehrlichkeit bei der Problemanalyse, um wirklich wirksam zu sein.

SEViX: Was würden Sie einem Unternehmen raten, dass einen Coach einsetzen möchte?

Ulrich: Unternehmen fordern von ihren Führungskräften und Mitarbeitern messbare Mehrwerte, wie

  • konkrete Zielerreichungen,
  • erhöhte Verkaufszahlen etc.

und dafür erhalten Mitarbeiter Boni wie z.B. mehr Lohn. Es gibt keinen Grund, das auch nicht von professionellen Business Coachs zu erwarten. Überlegen Sie, welches konkrete Ziel das Coaching erreichen soll, und bieten Sie Coaches eine leistungsbezogene Vergütung an. Das trennt die Spreu vom Weizen.

SEViX: Herzlichen Dank für Ihre aufschlussreichen Erläuterungen.